Was ist der Smart Meter Rollout?

Der Gesetzgeber hat das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Die elektromechanischen Ferrariszähler sollen sukzessive durch intelligente Messtechnik ersetzt werden. Aus Analog wird Digital. Aktuell werden Messwerte in der Regel nur einmal jährlich abgelesen und übermittelt. Zukünftig sollen die Smart Meter die Messwerte im 15 Minuten-Takt übermitteln und damit zu mehr Netztransparenz führen und im Idealfall zu reduzierten Netzausbaukosten beitragen. Das Ziel des Gesetzgebers ist der flächendeckende Rollout, d.h. mit bestimmten Übergangsfristen sollen alle Anschlussnutzer ausgestattet werden. Betreiber von PV-Anlagen mit einer Leistung größer 7 kWp sind zeitlich priorisiert, d.h. sie sind von Beginn an betroffen.

Für wen ist der Einbau moderner Messtechnik verpflichtend?

Verbraucher ab einem Jahresstromverbrauch von 6.000 Kilowattstunden sowie Erzeuger dezentraler Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplung Gesetz (KWKG) ab 7 kW installierter Leistung – stets unter Einhaltung von Preisobergrenzen. Messstellenbetreiber können weitere Verbraucher unter Einhaltung äußerst strikter Preisobergrenzen einbeziehen, wenn sie dies für sinnvoll erachten.

 

Anders ausgedrückt: Kurzfristig für rund zwei Drittel der Betreiber von PV-Anlagen, mittelfristig auch für das restliche Drittel.

Wann beginnt der Smart Meter Rollout?

Der Smart Meter Rollout hat schon begonnen. Im Rahmen des Turnuswechsel der Messtechnik installieren VNB neue Zähler (sogenannte moderne Messeinrichtungen), die über eine Kommunikationsschnittstelle mit dem Smart Meter Gateway verbunden werden können. Dieser reguläre Zählerwechsel ist auch ein Teil des Smart Meter Rollouts, den wir aber ausklammern. Für uns ist ein Zähler nur dann ein Smart Meter, wenn er in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist.

Theoretisch hat auch dieser Rollout im engeren Sinn mit der Verabschiedung des Messstellenbetriebs-Gesetz (MsbG) zum Januar 2017 begonnen. Praktisch ist § 30 MsbG allerdings noch nicht erfüllt. Bisher sind noch keine drei Smart Meter Gateways voneinander unabhängiger Hersteller durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Wann der Zertifizierungsprozess abgeschlossen sein wird ist offen. Wahrscheinliches Datum ist Q4/2018. Wichtig: die Rolloutzeiträume verlängern sich durch die Verzögerung nicht und der Rollout bereits installierter PV-Anlagen muss bis 2025 abgeschlossen sein (§ 31 MsbG).

Wie sind Übergangsfristen geregelt?

Die Eichfrist für die moderne Messtechnik ist 8 Jahre. Innerhalb der Eichfrist kann Euch der Netzbetreiber nicht zum Einbau der modernen Messtechnik verpflichten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Messstellenbetreiber bereits gewechselt wurde, da nicht der Anschlussnutzer (also Ihr als Betreiber der PV-Anlage) sondern nur der wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) dem Rollout widersprechen kann. Die rechtliche Grundlage dafür liefert der §19 MsbG. Weitere Voraussetzung: Der oder die Zähler müssen in ein Kommunikationsnetz eingebunden sein.

Anders ausgedrückt: Wer sich jetzt für den Wechsel zu ComMetering (oder einem anderen wMSB) entscheidet, kann vom Netzbetreiber nicht verpflichtet werden ein Smart Meter zu installieren.

Wer ist verantwortlich für den Smart Meter Rollout?

Verantwortlich für die Umsetzung des flächendeckenden Rollouts ist der grundzuständige Messstellenbetreiber also in der Regel der Netzbetreiber. Dieser hat dafür Sorge zu tragen, dass in seinem Gebiet die Vorgaben des Gesetzes erfüllt werden und alle Betreiber von PV-Anlagen mit einer Leistung größer als 7 kWp bis 2024 auf intelligente Messsysteme umgestellt werden. Wie schnell die Netzbetreiber den Rollout umsetzen werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wir gehen davon aus, dass nach tatsächlichem Beginn des Rollouts ein bis zwei Jahre konservativ ausgerollt wird und der Rollout anschließend sehr zügig umgesetzt wird.

Welche Kosten entstehen durch die neue Messtechnik?

Das Messstellenbetriebs-Gesetz (MsbG) definiert sogenannte Preisobergrenzen, also den maximalen Betrag, der für den Messstellenbetrieb in Rechnung gestellt werden darf. Die Preisobergrenze liegt für Erzeugungsanlagen zwischen 100 €/Jahr und 170 €/Jahr. Aktuell spricht alles dafür, dass die grundzuständigen Messstellenbetreiber diese Preisobergrenze auch verlangen werden und damit wird der Messstellenbetrieb erst mal teurer. Wir als ComMetering werden hier einen preislichen Vorteil bieten. Details zu den Preisvorteilen finden sich im Downloadbereich.

Anders ausgedrückt: Durch den Rollout wird der Messstellenbetrieb teurer: auch mit unserer Lösung. Unser Anspruch: wir werden gegenüber den grundzuständigen Messstellenbetreiber ein besseres Produkt zu einem günstigeren Preis anbieten.

Welcher Nutzen entsteht durch die neue Messtechnik?

Der Gesetzgeber verspricht den Anschlussnutzern Einsparpotenziale durch die Verwendung der neuen Messtechnik. Betreiber von PV-Anlagen sollen zudem von einer Optimierung des Eigenverbrauchs profitieren. Inwiefern sich diese Vorteile tatsächlich realisieren lassen, wird die Zukunft zeigen. Wir können in unserem Portal nur zeigen, was unsere Lösung – kann und das ist deutlich mehr, als die Mindestanforderung. Welchen Nutzen der einzelne Betreiber daraus zieht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Frage nach dem Nutzen ist nicht relevant: Der Rollout ist vorgeschrieben. Unser Anspruch: Wir möchten das Beste aus der Vorschrift machen.

Was ist die Preisobergrenze (POG)?

Die Preisobergrenze (POG) ist der Maximalbetrag, den der grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) für den Messstellenbetrieb in Rechnung stellen darf. Die POG sind in §31 MsbG definiert.

  • Für Anlagen mit einer Leistung zw. 7 kWp und 15 kWp liegt die POG bei 100 €/Jahr
  • Für Anlagen mit einer Leistung zw. 15 kWp und 30 kWp liegt die POG bei 130 €/Jahr
  • Für Anlagen mit einer Leistung zw. 30 kWp und 50 kWp liegt die POG bei 170 €/Jahr
  • Für Anlagen mit einer Leistung zw. 50 kWp und 100 kWp liegt die POG bei 200 €/Jahr

Kosten für zusätzliche Zähler (beispielsweise Erzeugungszähler) werden auf die POG aufgeschlagen.