Was bedeutet Messstellenbetrieb?

Der Messstellenbetrieb (MSB) beinhaltet die Bereitstellung des Stromzählers sowie die Erfassung und Übertragung der Messwerte. All dies ist im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) geregelt. Die Durchführung des Messstellenbetriebs ist in der Messzugangsverordnung (MessZV) und den Wechselprozessen im Messwesen (WiM) festgelegt. Der Messstellenbetrieb wurde vom Gesetzgeber liberalisiert, d.h. jeder Anschlussnutzer kann heute seinen Messstellenbetreiber frei wählen.

Wer ist aktuell mein Messstellenbetreiber?

Der Messstellenbetrieb ist liberalisiert und der Messstellenbetreiber damit für den Anschlussnutzer frei wählbar. Die rechtliche Grundlage für die freie Wahl des Messstellenbetreibers wurde 2005 durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) geschaffen. Da bisher nur wenige Anschlussnutzer von diesem Wahlrecht gebrauch machen, übernimmt derzeit in der Regel der Verteilnetzbetreiber (VNB) den Messstellenbetrieb. (Hinweis: Bei elektromechanischen Ferrariszählern kann der Anschlussnutzer selbst den Messstellenbetrieb übernehmen, bei elektronischen Zählern ist dies nicht mehr der Fall).

Anders ausgedrückt: Der Messstellenbetreiber kann frei gewählt werden, aber da das kaum ein Kunde weiß, sind Messstellenbetreiber und Netzbetreiber in den meisten Fällen identisch. Die Entgelte, die Ihr für den Messstellenbetrieb bezahlt, landen also vermutlich derzeit beim Netzbetreiber und damit in der alten Energiewirtschaft.

Wieviel kostet mich der Messstellenbetrieb aktuell?

Die Kosten für den Messstellenbetrieb werden durch den Messstellenbetreiber festgelegt. Allerdings tritt der Messstellenbetreiber gegenüber dem Anschlussnutzer normaler nicht als Vertragspartner auf, sondern die Kosten für den Messstellenbetrieb werden über den Stromlieferanten weiterverrechnet. Die Kosten sind nicht einheitlich, sondern werden durch die rund 900 Verteilnetzbetreiber (VNB) individuell festgelegt. Auf der Stromrechnung des Lieferanten finden sich die Kosten für den Messstellenbetrieb unter den beiden Punkten „Messstellenbetrieb“ und „Messung“. Die Preisgestaltung ist dabei wenig transparent und die Kosten unterscheiden sich sowohl in der Höhe als auch in der Zusammensetzung (Einbau, Ablesung, Abrechnung) zum Teil erheblich. (Weitere Informationen zum Thema hat der Solarförderverein zusammengestellt). Auf Grund eigener Recherchen gehen wir von durchschnittlichen Kosten von etwa 25 € pro Jahr aus, die jeder Anschluss heute schon für den  – meist analogen – Messstellenbetrieb bezahlt.

Was bedeutet gMSB und wMSB?

Das „g“ steht für den grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) das „w“ für den wettbewerblichen. Der gMSB ist in der Regel der Verteilnetzbetreiber (VNB). Dieser ist verpflichtet, die im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende festgelegte sukzessive Umrüstung aller Messstellen auf neue intelligente Messsysteme, innerhalb des eigenen Netzgebietes umzusetzen. Das wird auch Smart Meter Rollout genannt. Der gMSB kann den Anschlussnutzer deshalb zum Einbau der intelligenten Messtechnik verpflichten. Um den Verbraucher dabei vor zu hohen Kosten zu schützen, wurde hierfür eine gesetzliche Preisobergrenze festgelegt. Wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) – wie ComMetering – sind die frei wählbare Alternative zu den grundzuständigen Messstellenbetreibern (gMSB).

Anders ausgedrückt: Der grundzuständigen Messstellenbetreiber ist der Netzbetreiber, der Euch bald bis mittelfristig mit neuer Messtechnik zwangsbeglücken wird. Die Alternative sind wettbewerbliche Messstellenbetreiber wie ComMetering.

Was ist neue Messtechnik?

Neue Messtechnik sind sogenannte Smart Meter, also intelligente Zähler, die mit einem Smart Meter Gateway verbunden werden. Das Kombination aus Smart Meter (bzw. moderner Messeinrichtung) und Smart Meter Gateway wird als intelligentes Messsystem (iMSys) bezeichnet. Diese intelligenten Messsysteme erfassen Verbrauchs- und Erzeugungswerte (mindestens) im 15-Minuten-Takt und übermitteln diese. Im Vergleich zur derzeit üblichen Messtechnik müssen bei der neuen – vergleichsweise intelligenten – Messtechnik die Zählerstände nicht mehr manuell abgelesen und übermittelt werden.

Sind Smart Meter sicher?

Stromnetze zählen wie auch die Wasserversorgung, das Gesundheitssystem oder die Informations- und Telekommunikationssysteme zur sogenannten Kritischen Infrastruktur, deren Störung oder gar Zerstörung erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung hätte. Daher werden an Systeme und Anlagen die zur kritischen Infrastruktur gehören, besonders hohe Sicherheitsanforderungen gestellt. Durch die zunehmende Vernetzung der Systeme spielt der Schutz der Kritischen Infrastruktur vor Hackerangriffen eine immer wichtigere Rolle. Für Smart Meter wurden daher von Seiten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) detaillierte und hohe Anforderungen an die Datensicherheit definiert. Sowohl grundständige (gMSB) aus auch wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) müssen diese Anforderungen erfüllen, so dass es zwischen den Anbietern hinsichtlich der Sicherheit keine Unterschiede gibt. Zudem werden eventuelle Cyberangriffe dem Stromnetz als Ganzes gelten, womit jeder Einzelne betroffen ist, unabhängig davon, ob am eigenen Hausanschluss intelligente Messtechnik installiert ist, oder nicht.